30,7 Prozent aller Unternehmen, die 2008 insolvent wurden, haben ihren dritten Geburtstag nicht oder nur mehr knapp erlebt.
Wien, 18. August 2009 - Die bekannte Prämisse, wonach die ersten drei bis vier Jahre für Gründer die schwierigsten sind, hat damit nichts an Aktualität eingebüßt. Zudem haben 2008 hierzulande um 768 Menschen weniger den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt als noch 2007. Potenzielle Gründer waren aber 2008 etwas stärker in Warteposition als in den Jahren zuvor.
"Dennoch ist die Gründungsaktivität in Österreich intakt. Abgesehen von geringfügigen Schwankungen zeigt der 10-Jahresvergleich ein konstantes Wachstum", so Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG. „Dass aber fast ein Drittel der neu gegründeten Unternehmen schon in der Anfangsphase in die Insolvenz rutscht belegt, dass Handlungsbedarf besteht. Dies auch vor dem Hintergrund, dass das aktuelle Jahr aufgrund der momentanen Wirtschaftslage nicht gerade das gründerfreundlichste ist."
Erklärung: Die Balken in orange zeigen die Gesamtinsolvenzen in Österreich in den vergangenen zehn Jahren. Die Gründungen in grün teilen sich in die beim Firmenbuch eingetragenen neu protokollierten Unternehmen (z.B. GesmbH, KEG, OEG, etc.) und in Einzelunternehmen. Die Gründungsaktivität basiert demnach stark auf Einzelunternehmen.
Fehlendes betriebswirtschaftliches Know-how oder mangelhafte Planung führen seit Jahren die Insolvenzursachenstatistik des KSV1870 an. "Gründer sind davon besonders betroffen, denn im Eifer des Gefechts wird die Wichtigkeit der Planung und Kalkulation oft unterschätzt. Wenn dann spätestens im dritten Jahr die Voraus- und Nachzahlungen im Bereich der Steuer und Sozialversicherung fällig werden, dann ist es mit der Gründereuphorie schnell vorbei. Jene, die im Vorfeld auch den Taschenrechner einschalten, haben eindeutig bessere Chancen auf Erfolg - auch wenn die Gründer in Krisenzeiten an den Start gehen" , so Johannes Nejedlik.
In dieser Statistik sind jedoch jene Unternehmensgründer nicht angeführt die ihr Unternehmen mangels Erfolg einstellen und die Anlaufverluste selbst tragen. Tausende EPU (Einpersonenunternehmen) gehen jährlich diesen Weg.

Erklärung: Die Insolvenzen wurden in der Grafik nach ihrem Gründungsjahr farblich dargestellt. Der rote Bereich zeigt jene Unternehmen, die in den ersten sechs Jahren ab Gründung insolvent wurden. Die Blöcke in grau zeigen den Insolvenzverlauf älterer Unternehmen.
Quelle: KSV

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